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Aktive ETFs: Das Beste aus zwei Welten?
Aktive ETFs verbinden die Effizienz des ETF-Formats mit aktiven Entscheidungen und gewinnen in Europa spürbar an Bedeutung. Wir erklären, was hinter dem Trend steckt, warum Portfolio-ETFs aktiv sind und welche Fragen bei der Auswahl weiterhelfen
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ETFs stehen für einfache, günstige und transparente Anlageprodukte. Traditionelle Fonds dagegen für aktives Management, Flexibilität und entsprechend höhere Gebühren. Doch was muss man sich unter der relativ neuen Produktgattung aktive ETFs vorstellen? Ganz einfach: Auch sie nutzen die ETF-Hülle, sind also börsentäglich handelbar, legen nach klar definierten Regeln an und weisen in der Regel eine hohe Transparenz auf. Ihre konkrete Zusammensetzung wird aber aktiv gesteuert, zum Beispiel durch quantitative Signale oder ein übergeordnetes Risikomanagement.
Klingt zunächst nach einem Nischenthema, ist es aber immer weniger. Denn in Europa steigt die Zahl der Produkte und die Aufmerksamkeit dafür, wann ein aktiver Ansatz im ETF-Format wirklich einen Mehrwert liefern kann und wann ein günstiger Index-ETF weiterhin die passendere Lösung bleibt.
Was „aktiv“ im ETF eigentlich bedeutet
Hilfreich ist ein Blick auf die verschiedenen Kategorien von aktiven ETFs. Diese verfolgen typischerweise eines von drei Zielen:
- Das Fondsmanagement versucht, den Vergleichsmaßstab zu schlagen, also eine Outperformance zu erzielen.
- Es werden gezielt bestimmte Rendite-/Risiko-Profile gebaut, zum Beispiel über Optionsstrategien. Dafür müssen Positionen laufend gemanagt werden.
- Der aktive ETF ermöglicht den Zugang zu Segmenten, die in Indizes schwer abbildbar sind (z.B. weniger liquide Märkte oder spezielle Nischen).
An dieser Stelle lohnt sich ein kurzer Blick zurück: Sogenannte Portfolio-ETFs kann man als eine Art frühe Brücke in diese Richtung verstehen. Sie sind meist nicht aktiv im Sinne von Stockpicking. Aber sie bündeln mehrere Märkte oder Anlageklassen in einem Produkt, arbeiten mit vordefinierter Gewichtung und (je nach Konzept) regelmäßigen Anpassungen/Rebalancing. Damit steckt in der Konstruktion bereits ein Stück Portfolio-Entscheidung. Genau der Bereich, in dem sich aktive ETFs heute bewusst einsetzen lassen. Einen Überblick zu entsprechenden Portfolio-ETFs finden Sie bei MorgenFund u.a. für Amundi, BlackRock und DWS.
Warum der Markt in Europa an Tempo gewinnt
Auch wenn aktive ETFs im UCITS-Universum (den nach dem EU-Regelrahmen aufgelegten Fonds und ETFs) noch einen kleinen Anteil ausmachen, zeigt sich ein klarer Trend: Zum Ende des ersten Quartals 2026 verwalteten aktive ETFs in Europa nach Daten des Analysehauses Morningstar 85,6 Milliarden Euro Vermögen (nach 78,4 Milliarden Ende 2025 und 52,5 Milliarden Ende 2024), und es kamen in den vergangenen zwei Jahren so viele neue aktive ETFs auf den Markt wie noch nie.
Ein Teil dieser Dynamik ist auch durch das Kapitalmarktumfeld erklärbar: Regulatorik und Marktinfrastruktur verändern sich zugunsten aktiver ETFs. So hat zum Beispiel Luxemburg die Transparenzanforderungen für aktive UCITS-ETFs flexibilisiert und unter Bedingungen eine monatliche Veröffentlichung der Portfoliobestände (mit Verzögerung) ermöglicht. Das ist ein Punkt, der für viele aktive Manager entscheidend ist. Ihr Argument: Die neuen Regeln ermöglichen es, den Schutz von Know-how bei der Anlageaufteilung mit ETF-Standards besser auszubalancieren.
Worauf man bei aktiven ETFs achten sollte
Aktive ETFs sind kein Wundermittel, eher ein zusätzliches Werkzeug für den Portfolioaufbau. Um sie gut einzuordnen, helfen drei Fragen:
- Welche Aufgabe soll der ETF in meinem Depot übernehmen? Eher ein Basisbaustein, der nah am Markt bleibt, oder eine Ergänzung mit mehr Spielraum?
- Wie wird entschieden, was im ETF drin ist? Passiert das nach festen Regeln und Modellen, durch Analysten- und Research-Arbeit oder mithilfe von Absicherungen (zum Beispiel über Derivate)?
- Und zuletzt: Welche Kehrseite ist eingebaut? Gerade bei sogenannten Outcome-Strategien steckt der Nutzen in einem klaren Tauschgeschäft: So sollen beispielsweise Income-Ansätze laufende Erträge glätten oder erhöhen (häufig mithilfe von Optionen/Derivaten), dafür ist die Beteiligung an starken Kursanstiegen oft begrenzt. Puffer-Ansätze wiederum sollen Kursrückschläge abmildern, meist nur bis zu einer bestimmten Grenze und oft über einen definierten Zeitraum. Im Gegenzug ist die Beteiligung an Kursgewinnen häufig gedeckelt oder die Wirkung hängt vom Einstiegszeitpunkt ab.
Als Orientierungshilfe ist folgende Überlegung hilfreich: Ein aktiver ETF überzeugt dann, wenn klar ist, welchen Job er machen soll und wann beziehungsweise ob man diesen Job im eigenen Portfolio wirklich braucht.
Wer tiefer noch tiefer ins Thema einsteigen möchte, findet bei MorgenFund weiteres nützliches Wissen zum Thema aktive ETFs (Potenziale, Chancen, Risiken) sowie eine breite Produktauswahl über die Fondssuche.
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