Newsletter Juli 2026
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Die Zukunft beginnt Morgen

Deshalb haben wir folgende Themen für Sie ausgewählt:

SpaceX & Co: Zahlt sich Investieren in einen Hype aus?

Es gibt Momente an der Börse, in denen sich scheinbar alle gleichzeitig die Frage stellen: „Muss ich da dabei sein?“ Der Börsengang von Elon Musks Weltraum-Firma SpaceX im Juni war so ein Moment. Große Story, große Vision, großes Medienecho. Der größte Börsengang (IPO) in der Geschichte. Ausgabepreis 135 US-Dollar je Aktie, Bewertung rund 1,75 Billionen US-Dollar. Rund 30 Prozent der Aktien waren für Privatanleger reserviert, die Emission am ersten Handelstag vierfach überzeichnet.

Kaum zwei Wochen später: „600 Milliarden Dollar futsch: Plötzlich stürzt die SpaceX-Aktie ab“, schreibt die deutsche „Bild“-Zeitung. War doch zu viel Fantasie im Spiel? Möglicherweise. Der Kursrückgang bei SpaceX-Aktien hängt aber auch mit den steigenden Renditen für US-Staatsanleihen zusammen. Treiber dahinter sind Erwartungen, dass die US-Notenbank die Zinsen erhöht, um der hartnäckigen Inflation in den USA entgegenzuwirken. Höhere Renditen bei risikoarmen Staatsanleihen belasten besonders hoch bewertete Technologiewerte. 

Der SpaceX-IPO zeigt lehrbuchmäßig die Chancen und speziellen Risiken von Hype Investments auf. So werden Anlagen bezeichnet, die vor allem durch Aufmerksamkeit, starke Narrative und mediale Dynamik getrieben werden: eine überzeugende Story, bekannte Namen, Schlagzeilen über Rekorde. Das Problem dabei ist nicht die Story selbst. Die kann durchaus stimmen. Das Problem ist die Erwartung, die im Preis steckt.

Bei einem Börsengang wie SpaceX wird das besonders deutlich: Die Fantasie von Starlink, Mondmissionen und Mars-Plänen ist eingepreist, lange bevor Zahlen existieren, die das rechtfertigen. Wer kauft, wettet also nicht nur auf Wachstum, sondern darauf, dass es schneller und größer kommt, als der Markt eh schon erwartet.

Raketenstart auf einer Waage
Raketenstart MF

Wann kann sich Hype Investing trotzdem auszahlen?

Es gibt Szenarien, in denen Hype Investing tatsächlich zu einer guten Rendite führt. Das ist meist dann der Fall, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Echter Kenntnisvorsprung: Wer ein Geschäftsmodell, seinen Markt und die Bewertungslogik wirklich durchdringt und nicht nur die Überschriften liest, kann gelegentlich besser einschätzen, ob ein Preis fair oder übertrieben ist.
  • Klare Regeln vor dem Kauf: Einstiegsgröße, Ausstiegsszenario, maximaler Verlust. Ohne diesen Plan wird aus „Investieren" schnell „Hoffen".
  • Behandlung als Satellit, nicht als Kern: Ein kleiner, bewusst risikobehafteter Anteil neben einem stabilen, breit gestreuten Portfolio verändert das Gesamtbild der Anlage nicht dramatisch in beide Richtungen.
  • Zeit und Nerven: Manche Themen wachsen in ihre Bewertung hinein. Das kann Jahre dauern, und die Kurse können zwischendurch heftig schwanken.

Erkenntnisse aus der jüngeren Vergangenheit

  • Dotcom-Boom: Das Internet war in den Jahren 1999/2000 die Zukunft. Das stimmt bis heute. Trotzdem verloren viele Anleger, die Ende der 1990er-Jahre in „Internet-Aktien" investierten, erhebliche Teile ihres Kapitals. Wer Cisco, Amazon oder Sun Microsystems auf dem Höhepunkt 2000 kaufte, wartete teilweise mehr als zehn Jahre, um seinen Einstandspreis wieder zu sehen, sofern das Unternehmen überhaupt überlebte. Die Technologie hat die Welt verändert. Die Kurse haben das bereits vorweggenommen und in vielen Fällen noch etwas mehr. Das bedeutet: Eine richtige These allein reicht nicht. Der Preis entscheidet genauso.
  • GameStop & Co: Anfang 2021 schoss die Aktie des amerikanischen Videospiel-Einzelhändlers GameStop innerhalb weniger Wochen von rund 20 auf fast 500 US-Dollar, angetrieben durch koordinierte Käufe in sozialen Netzwerken und eine sogenannte Short-Squeeze-Dynamik. Wer früh dabei war und konsequent Gewinne mitnahm, erzielte außergewöhnliche Erträge. Wer auf dem Höhepunkt einstieg, verlor in kurzer Zeit den Großteil seines Einsatzes. Das bedeutet: Ein Hype kann schnell und intensiv sein, aber er ist selten geduldig. Timing-Fehler von wenigen Tagen machen den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust.

Grundregeln für den Hype

Nicht jeder spektakuläre Börsengang ist ein gutes Investment. Gerade bei großen IPOs sind Erwartungen oft schon im Kurs, und die ersten Wochen nach dem Börsendebüt können mehr von Emotionen als von fundamentalen Daten bestimmt sein.

Wer trotzdem interessiert ist, sollte sich drei Fragen stellen: Verstehe ich, wie dieses Unternehmen heute Geld verdient, nicht nur morgen? Welche konkreten Annahmen stecken in der aktuellen Bewertung? Und wie viel Kapitalverlust ist für mich verkraftbar, wenn es unangenehm läuft?

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Der entspanntere Weg: solides Depot, kleiner Spielraum

Für die meisten Privatanleger ist das stressärmere Rezept ein anderes: ein breit diversifizierter Portfolio-Kern über Anlageklassen und Regionen gestreut, und bei Interesse ein kleiner, bewusst begrenzter „Satellit“ für Einzelthemen. So bleibt das Gesamtportfolio stabil, ohne auf jede (riskante) Chance verzichten zu müssen.

Wenn Sie Ihr Depot auf diesem Weg solide aufstellen möchten, finden Sie bei MorgenFund Orientierung rund um Diversifikation & Risikostreuung mit Praxisbeispielen, Musterportfolios und Partner-Spotlights: 

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Altersvorsorge-Depot: Wie der Staat Ihre Einzahlung aufstockt

Ab dem 1. Januar 2027 startet in Deutschland das neue Altersvorsorge-Depot. Die Idee dahinter: Sie sparen langfristig am Kapitalmarkt, zum Beispiel über Fonds oder ETFs, und der Staat beteiligt sich jedes Jahr mit Zulagen und Steuervorteilen an Ihrer Einzahlung.

 

Die wichtigsten Punkte im Überblick

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Geförderte Einzahlungen bis 1.800 € pro Jahr

  • Auf die ersten 360 € pro Jahr gibt es eine besonders hohe Förderung (50 % Zulage).
  • Auf den Teil von 360,01 € bis 1.800 € gibt es 25 % Zulage.
  • Die maximale Grundzulage liegt damit bei bis zu 540 € pro Jahr.
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Extra-Zulagen und Steuervorteile

  • Kinderzulage: Für jedes kindergeldberechtigte Kind legt der Staat für jeden selbst eingezahlten Euro noch 1 € obendrauf, maximal 300 € pro Kind und Jahr.
  • Berufseinsteigerbonus: Wer beim Abschluss jünger als 25 ist, erhält zusätzlich einmalig 200 €.
  • Steuerlich begünstigt: Geförderte Beiträge und Zulagen können als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Außerdem werden Erträge bis zu bestimmten Beitragshöhen nicht sofort mit Abgeltungssteuer belastet, sondern erst in der Rentenphase nachgelagert besteuert.
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Hohe Einzahlungen möglich

  • Neben den geförderten 1.800 € lassen sich zusätzlich größere Beträge steuerlich begünstigt anlegen. Insgesamt sind, je nach Vertragskonstellation, bis zu 13.680 € Einzahlung pro Jahr vorgesehen. Ein großer Teil davon profitiert vor allem von der Steuerstundung auf Erträge, auch wenn es auf diese Teile keine direkte Zulage mehr gibt.

Was bedeutet das ganz konkret im Alltag?

Beispiel 1: Berufseinsteigerin ohne Kinder

Profil:

  • Name: Louisa
  • Alter: 24 Jahre
  • Bruttoeinkommen: 32.000 €
  • Kinder: keine

Louisa zahlt 100 € pro Monat, also 1.200 € im Jahr, in ihr Altersvorsorge-Depot ein.

Förderung für Louisa

 Betrag pro JahrErläuterung
Eigenbeitrag1.200 €100 € monatlicher Sparbetrag
Grundzulage390 €50 % auf 360 € (= 180 €) + 25 % auf die restlichen 840 € (= 210 €)
Kinderzulage0 €Keine Kinder
Berufseinsteigerbonus 
(nur Jahr 1)
200 € (einmaligEinmalige Zulage, weil Louisa unter 25 ist

Was heißt das für Louisa?

  • Im 1. Jahr kommen zu 1.200 € Eigenbeitrag 590 € Zulagen dazu (390 € Grundzulage + 200 € Bonus).
  • Effektiv fließen 1.790 € in ihr Depot, obwohl sie selbst nur 1.200 € einzahlt.
  • Ab dem 2. Jahr erhält sie jährlich 390 € Zulage plus einen kleinen steuerlichen Vorteil.

Für junge Sparerinnen und Sparer ist das Altersvorsorge-Depot damit ein attraktiver Einstieg, weil der Staat gleich zu Beginn spürbar mitfinanziert.

 

Beispiel 2: Familie mit zwei Kindern nutzt die maximale Förderung

Profil:

  • Name: Jonas
  • Alter: 36 Jahre
  • Bruttoeinkommen: 45.000 €
  • Kinder: zwei kindergeldberechtigte Kinder

Jonas zahlt 150 € pro Monat, also 1.800 € im Jahr, in das Altersvorsorge-Depot ein. Damit nutzt er die maximale förderfähige Einzahlung.

Förderung für Jonas und seine Familie

 Betrag pro JahrErläuterung
Eigenbeitrag1.800 €150 € monatlicher Sparbetrag
Grundzulage540 €50 % auf 360 € (= 180 €) + 25 % auf die restlichen 1.440 € (= 360 €)
Kinderzulage600 €je 1 € Zulage pro 1 € Eigenbeitrag, begrenzt auf 300 € pro Kind
Berufseinsteigerbonus 
(nur Jahr 1)
0 € keine Zulage, weil Jonas über 25 ist

Was heißt das für Jonas?

  • Auf 1.800 € Eigenbeitrag kommen 1.140 € Zulagen (540 € Grundzulage + 600 € Kinderzulage).
  • Effektiv werden 2.940 € pro Jahr fürs Alter investiert.

Für Familien mit Kindern ist das Altersvorsorge-Depot damit ein sehr starker Hebel: Aus 150 € pro Monat wird eine deutlich größere Summe, die langfristig an den Kapitalmärkten arbeiten kann.

 

Beispiel 3: Späterer Einstieg 

Profil:

  • Name: Claudia
  • Alter: 50 Jahre
  • Bruttoeinkommen: 60.000 €
  • Kinder: keine

Claudia startet mit 150 € pro Monat, also ebenfalls 1.800 € im Jahr.

Förderung für Claudia

 Betrag pro JahrErläuterung
Eigenbeitrag1.800 €150 € monatlicher Sparbetrag
Grundzulage540 €50 % auf 360 € (= 180 €) + 25 % auf die restlichen 1.440 € (= 360 €)
Kinderzulage0 €keine Kinder
Berufseinsteigerbonus 
(nur Jahr 1)
0 € keine Zulage, weil Claudia über 25 ist

Was heißt das für Claudia?

  • Zu 1.800 € Eigenbeitrag kommen 540 € Zulage. 
  •  In Summe fließen 2.340 € pro Jahr in ihre Altersvorsorge, während Claudia nur 1.800 € aus dem eigenen Nettohaushalt aufbringt. Zusätzlich profitiert sie von Steuervorteilen.

Auch wer erst mit 50 startet, kann so über die verbleibenden Jahre bis zur Rente noch spürbar gefördertes Kapital aufbauen.

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Für wen lohnt sich das Altersvorsorge-Depot?

Das neue Altersvorsorge-Depot kann sich für sehr unterschiedliche Anlegergruppen lohnen: Junge Berufseinsteiger profitieren besonders vom Kombinationseffekt aus hoher Grundzulage auf vergleichsweise kleine Beiträge und dem einmaligen Berufseinsteigerbonus. 

Familien mit Kindern erhalten zusätzlich Kinderzulagen, sodass der Staat ihre eigene Einzahlung deutlich aufstockt und aus moderaten Sparraten im Jahr ein deutlich höherer geförderter Betrag werden kann. 

Gutverdienende ohne Kinder können selbst bei einem späteren Einstieg kurz vor der Rente noch spürbare Vorteile aus der Mischung von Zulagen und Steuervorteilen ziehen. 

Entscheidend ist dabei immer, dass die Förderung genügend Zeit hat, um gemeinsam mit den Erträgen am Kapitalmarkt zu wirken, und dass das gewählte Produkt zu Risikobereitschaft, Anlagehorizont und finanzieller Situation passt.

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