Newsletter August 2026
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Deshalb haben wir folgende Themen für Sie ausgewählt:

Riester-Rente oder Altersvorsorge-Depot: Was passt zu welcher Situation?

Ab dem 1. Januar 2027 startet das Altersvorsorge-Depot (AVD) als neue, staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge. Neue Riester-Verträge können dann nicht mehr abgeschlossen werden, rund 15 Millionen bestehende Riester-Verträge laufen jedoch weiter. Für Sparer mit bestehendem Riester-Vertrag stellt sich damit erstmals die Frage: behalten oder umsteigen? Beide Produkte unterscheiden sich in Förderlogik, Garantie und Flexibilität.

Zwei unterschiedliche Förderlogiken

Bei der Riester-Rente ist die Förderung eng an das Einkommen gekoppelt. Grundlage ist ein einkommensabhängiger Mindesteigenbeitrag, meist ein Prozentsatz des Bruttoeinkommens des Vorjahres. Werden diese Voraussetzungen erfüllt, gibt es eine Grundzulage von 175 Euro pro Jahr sowie, je nach Geburtsjahr, eine Kinderzulage von 185 bzw. 300 Euro pro Kind und Jahr. Beiträge und Zulagen können bis zu 2.100 Euro jährlich als Sonderausgaben abgesetzt werden. Zum Rentenbeginn gilt eine Beitragsgarantie, die Auszahlung erfolgt in der Regel als lebenslange Rente; vorzeitige Kündigungen sind meist förderschädlich und führen zur Rückzahlung der Förderung, die Rentenzahlungen im Alter sind voll zu versteuern.

Das Altersvorsorge-Depot nutzt ebenfalls Zulagen und steuerliche Entlastungen, setzt aber auf feste Beitragsschwellen und ein Fonds- oder ETF-Depot. Auf die ersten 360 Euro Einzahlung pro Jahr gibt es 50 Prozent Zulage, auf den Betrag bis insgesamt 1.800 Euro weitere 25 Prozent. Maximal also 540 Euro Grundzulage pro Jahr. Hinzu kommen Kinderzulagen und ein einmaliger Berufseinsteigerbonus. Auch hier ist eine ergänzende steuerliche Förderung vorgesehen, die an bekannte Regeln anknüpft, aber vereinfacht werden soll. Im Standarddepot besteht keine Beitragsgarantie; das angesparte Kapital unterliegt den Schwankungen des Kapitalmarkts, kann aber je nach Produkt durch Garantievarianten ergänzt werden.

Anlageform, Garantie und Kosten

Riester-Verträge sind überwiegend versicherungsbasiert. Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass zum Rentenbeginn 100 Prozent der eingezahlten Beiträge und Zulagen zur Verfügung stehen müssen. Diese vollständige Beitragsgarantie begrenzt in vielen Tarifen die Anlagemöglichkeiten und reduziert in der Regel den Anteil renditestärkerer Anlagen. Die Kostenstruktur umfasst meist Abschluss- und laufende Verwaltungskosten, die je nach Produkt relativ komplex sein können.

Riester-Verträge sind überwiegend versicherungsbasiert. Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass zum Rentenbeginn 100 Prozent der eingezahlten Beiträge und Zulagen zur Verfügung stehen müssen. Diese vollständige Beitragsgarantie begrenzt in vielen Tarifen die Anlagemöglichkeiten und reduziert in der Regel den Anteil renditestärkerer Anlagen. Die Kostenstruktur umfasst meist Abschluss- und laufende Verwaltungskosten, die je nach Produkt relativ komplex sein können.

Auszahlungsphase, Zielgruppen und Vererbbarkeit

Die Riester-Rente sieht überwiegend eine lebenslange Rentenzahlung vor, frühestens ab 63 Jahren. Ein begrenzter Teil des Kapitals kann zu Beginn entnommen werden, der Großteil muss verrentet werden. Die Auszahlungen sind im Alter voll steuerpflichtig, die Förderung wird damit nachgelagert besteuert.

Riester richtet sich vor allem an pflichtversicherte Personen in der gesetzlichen Rentenversicherung und bestimmte weitere Gruppen; viele Selbstständige hatten bislang keinen oder nur eingeschränkten Zugang zur Förderung. 

Das Riester-Guthaben ist zwar grundsätzlich vererbbar, die Förderung kann aber ganz oder teilweise entfallen, wenn bestimmte Bedingungen nicht eingehalten werden. 

Beim Altersvorsorge-Depot sind mehrere Auszahlvarianten möglich. Neben einer lebenslangen Rente sind befristete Auszahlungspläne vorgesehen, die das Kapital beispielsweise bis mindestens zum 85. Lebensjahr verteilen. Auch hier greift eine nachgelagerte Besteuerung, die sich insbesondere auf Erträge und Kursgewinne bezieht.

Das Altersvorsorge-Depot soll ausdrücklich auch für Selbstständige geöffnet sein, sofern die jeweiligen Fördervoraussetzungen erfüllt sind.

Beim Altersvorsorge-Depot ist das Depotvermögen grundsätzlich vollständig vererbbar, auch hier können jedoch Förderanteile zurückgefordert werden, wenn es nicht in förderfähigen Strukturen weitergeführt wird.

Im Vergleich

 Riester-RenteAltersvorsorge-Depot
FörderungGrundzulage 175 €, Kinderzulage 185 €/300 €, Sonderausgabenabzug bis 2.100 €Grundzulage (50 %/25 % gestaffelt), Kinderzulage, Berufseinsteigerbonus
Beitragsgarantie100 % der Beiträge und Zulagen bis RentenbeginnKeine Garantie im Standarddepot, Kapitalmarktrisiko
RenditechancenDurch Garantie begrenztHöher, abhängig von Anlagestrategie
Geförderte Einzahlung pro JahrBis 2.100 € (Sonderausgaben inkl. Zulagen)Bis 1.800 €, weitere Einzahlungen bis 13.680 € steuerlich begünstigt
Flexibilität in der AnsparphaseVertragsabhängig, Kündigung meist mit Rückzahlung der Förderung verbundenGrößerer Spielraum bei Beiträgen und Anlagestrategie; Entnahmen vor Rentenbeginn unter Bedingungen möglich
AuszahlungÜberwiegend lebenslange Rente, begrenzte Kapitalentnahme möglichLebenslange Rente oder Auszahlungspläne
Besteuerung im AlterRentenzahlung voll steuerpflichtigNur Kursgewinne/Erträge betroffen, teils nachgelagert
KostenrahmenProduktabhängige Abschluss- und VerwaltungskostenStandarddepot mit gedeckelten laufenden Kosten (z. B. max. rund 1 %)
Rotes, minimalistisches Icon, symbolisiert eine Idee in Form einer Glühbirne.
Icon Glühbirne intern Icon Bilderpool

Zwei Förderwelten mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Riester-Rente und Altersvorsorge-Depot verfolgen dasselbe Ziel: den staatlich geförderten Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge. Sie setzen dieses Ziel aber mit unterschiedlichen Instrumenten um. Riester arbeitet mit festen Zulagen, einkommensabhängigem Mindesteigenbeitrag und einer umfassenden Beitragsgarantie. Das Altersvorsorge-Depot stellt höhere mögliche Grundzulagen, eine stärkere Kopplung an konkrete Beitragsschwellen, einen definierten Kostenrahmen und eine breitere Nutzung der Kapitalmärkte in den Vordergrund.

Welche Variante im Einzelfall besser zu einer Person passt, hängt von Einkommen, Familien- und Erwerbssituation, Risikoneigung und den bereits bestehenden Vorsorgebausteinen ab. Der Vergleich der Systeme und ihrer Zahlen kann ein erster Schritt sein, die eigene Situation einzuordnen.

Weiterführende Informationen zum Altersvorsorge-Depot 

Mehr Schwellenländer im Depot?

Aufstrebende Märkte: So lässt sich der Begriff „Emerging Markets“ etwas hölzern ins Deutsche übersetzen. Gemeint sind damit Länder, die sich wirtschaftlich stark entwickeln, aber noch nicht den Status eines Industriestaates erreicht haben. Im Deutschen wird gerne von Schwellenländern gesprochen. 

Ihr Vorteil: Sie zeichnen sich durch überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum, steigendes Pro-Kopf-Einkommen und wachsende Mittelschichten aus. Die Kehrseite der Medaille: Politische und regulatorische Risiken sind dort höher als in entwickelten Märkten, ebenso wie Währungsschwankungen und wirtschaftliche Instabilität. Verlockende Chancen also, aber noch mehr möglicher Ärger. Letzteres hält bis heute viele Privatanleger davon ab, in Schwellenländer zu investieren.

Doch ist diese Zurückhaltung tatsächlich angebracht? Eine Reihe aktueller Analysen und Einschätzungen deutet darauf hin, dass sich das Profil der Emerging Markets deutlich verändert hat. So haben viele Schwellenländer zuletzt Belastungsproben (Handel, Energie) vergleichsweise stabil überstanden. Die Kapitalflucht blieb begrenzt und die Währungen relativ stabil. Außerdem sind viele Volkswirtschaften mittlerweile weniger abhängig vom westlichen Konsum, weil Binnennachfrage, regionale Lieferketten und Handel zwischen den Schwellenländern an Bedeutung gewonnen haben. Das kann externe Schläge abfedern. 

Themen und Unternehmen rücken in den Fokus

Immer stärker lässt sich das Anlageuniversum Schwellenländer außerdem über Themen und Wertschöpfungsketten erklären. Damit richtet sich der Blick verstärkt auf Unternehmen, die auch dann profitieren können, wenn sich einzelne Länder sehr unterschiedlich entwickeln.

Ein gutes Beispiel ist die KI-Infrastruktur: Ein großer Teil der Hardware-Seite der KI, wie Halbleiterfertigung, Speicher, Zuliefer- und Produktionsnetzwerke, sitzt in Asien. Damit hängt die Emerging-Markets-Story nicht nur am Konsumwachstum, sondern zunehmend auch an einem globalen Investitionszyklus in Rechenzentren, Chips und Netzwerktechnik.

Ähnlich bei der Elektrifizierung und Energiesouveränität: Der steigende Strombedarf aufgrund von Digitalisierung, KI und Industrie trifft auf politischen Rückenwind für Netze, Energieausrüstung, Speicher, Effizienz und für die Materialien, die dafür nötig sind. Viele Schwellenländer sind hier nicht nur Abnehmer, sondern teils auch Produzenten, Zulieferer oder Standort für die Fertigung.

Schließlich hat auch die Qualität vieler Unternehmen in den Schwellenländern zugenommen, vor allem durch Reformen rund um Corporate Governance. Das bedeutet: mehr Fokus auf Kapitaldisziplin, Ausschüttungen und Transparenz. Das ist keine Garantie, aber ein gewisser Qualitätshebel.

 

Wie sollten Privatanleger Schwellenländer beimischen?

Wer heute „global“ investiert, setzt häufig auf den bekannten MSCI-World-Index. Der enthält allerdings nur Industrieländer. Das Ergebnis ist, dass Schwellenländer im vermeintlichen Global-Portfolio nicht untergewichtet, sondern schlicht gar nicht enthalten sind.

Dabei wäre ein „neutraler“ Startpunkt für viele Anleger gar nicht exotisch: Im MSCI ACWI (All Country World Index; Industrie- und Schwellenländer zusammen) machen Emerging-Markets-Aktien aktuell gut zwölf Prozent aus. Das entspricht ihrem Anteil an der weltweiten Marktkapitalisierung, quasi die „Welt-Quote“.

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Icon Nummer 1 MorgenFund

Wer Schwellenländer im Depot möchte, aber keinen Bausteinkasten, kann durchaus über einen globalen Aktien-ETF à la MSCI ACWI nachdenken. Dann sind Emerging Markets automatisch drin, ungefähr in der Größenordnung der Weltgewichtung.

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Icon Nummer 2 MorgenFund

Eine zweite Möglichkeit wäre die Kombination MSCI World (für alle, die bereits einen entsprechenden ETF besitzen) plus Schwellenländer-ETF. Als grobe Orientierung für den Aktienanteil im Depot gilt:

  • 5–10 % Schwellenländer: eher defensiv, wenn Schwankungen belasten
  • 10–15 % Schwellenländer: nahe an der „Welt-Quote“
  • 15–25 % Schwellenländer: chancenorientiert, mit dem Bewusstsein, dass es auch etwas stärkere Schwankungen und längere Durststrecken geben kann
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Icon Nummer 3 MorgenFund

Die dritte Option besteht in einem schrittweisen Einstieg. Schwellenländer können volatil sein. Ein Sparplan oder eine Aufstockung des Depotbestands in drei bis sechs Tranchen nimmt den Druck aus dem Einstieg. Einmal im Jahr rebalancieren reicht oft: zurück zur Zielquote, ohne ständig nachrichtengetrieben zu handeln.

Wichtig: Schwellenländer bieten keinen „Ketchup-Effekt“, der immer genau dann kommt, wenn man ihn braucht. Wer sie beimischt, sollte Zeit mitbringen und breit streuen.

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