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Die neue private Altersvorsorge für Deutschland

Die private Altersvorsorge in Deutschland soll einfacher, flexibler und chancenorientierter werden. Mit dem geplanten Altersvorsorgedepot will der Gesetzgeber einen neuen Rahmen schaffen, damit mehr Menschen zusätzlich zur gesetzlichen und betrieblichen Altersvorsorge kapitalmarktbasiert für das Alter vorsorgen können. 

Was bedeutet das konkret für Anlegerinnen und Anleger? Welche Änderungen sind geplant? Und wie ordnet MorgenFund die Entwicklung ein?

Sitzender Mann in entspannter Meditationsposition.
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Warum die private Altersvorsorge wichtiger wird

Die Altersvorsorge in Deutschland ruht grundsätzlich auf drei Säulen: gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge und private Vorsorge. Gerade die private Vorsorge gewinnt an Bedeutung, wenn Menschen mögliche Versorgungslücken im Alter gezielt schließen möchten. Bundesregierung und Bundesfinanzministerium begründen die Reform damit, dass die geförderte private Altersvorsorge künftig renditestärker, kostengünstiger und unbürokratischer werden soll. 

Die bisherige Riester-Rente soll dabei durch eine neue, modernisierte Produktwelt abgelöst werden. Ein zentraler Bestandteil ist das geplante Altersvorsorgedepot ohne Garantie, das stärker auf Kapitalmarktchancen ausgerichtet ist. Bestehende Riester-Verträge sollen jedoch weitergeführt werden können; ein Wechsel in das neue System soll freiwillig möglich sein.

Lächelndes Paar trägt Umzugskartons; die schwangere Frau hält eine Holzkiste, der Mann einen großen Pappkarton – beide wirken fröhlich und optimistisch.
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Der aktuelle Stand der Reform

Nach Angaben der Bundesregierung hat das Bundeskabinett die Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge am 17. Dezember 2025 verabschiedet. Der Deutsche Bundestag hat die Reform am 27. März 2026 beschlossen. Laut Bundesregierung ist für das Inkrafttreten noch die Zustimmung des Bundesrats erforderlich. Die neuen Produkte sollen ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden.el in die neue Produktwelt soll freiwillig möglich sein.

Das geplante Modell auf einen Blick

Das Altersvorsorgedepot ist ein neuer Baustein der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Anders als klassische, stark garantielastige Vorsorgelösungen soll es ermöglichen, ohne starre Garantievorgaben in kapitalmarktorientierte Anlagen zu investieren, zum Beispiel in breit gestreute Fonds oder ETF. Ziel ist es, langfristig höhere Renditechancen zu eröffnen. 

Geplant sind dabei im Wesentlichen drei Produktansätze:

  • Altersvorsorgedepot ohne Garantie für Anlegerinnen und Anleger, die stärker auf Renditechancen setzen möchten. 
  • Ein einfaches Standardprodukt, das für mehr Orientierung sorgen und bei jedem Anbieter verfügbar sein soll. Laut Bundesregierung werden die Kosten dieses Standarddepots auf 1,0 Prozent begrenzt. 
  • Garantieprodukte mit 80 oder 100 Prozent Kapitalgarantie für Menschen mit höherem Sicherheitsbedürfnis.

Mehr Flexibilität, mehr Kapitalmarktbezug, neue Förderung

Mit der Reform soll die private Altersvorsorge verständlicher und zugänglicher werden. Nach aktuellem Stand sind insbesondere diese Punkte relevant:

1. Kapitalmarktbasierte Vorsorge wird stärker geöffnet
Künftig soll die staatlich geförderte private Altersvorsorge auch über ein Depot ohne Garantie möglich sein. Dadurch können Anlegerinnen und Anleger stärker an den Chancen des Kapitalmarkts partizipieren. 

2. Die Förderung wird neu ausgestaltet
Die Bundesregierung beschreibt eine gestaffelte Zulage: Für Sparbeiträge bis 360 Euro pro Jahr sind 50 Cent Förderung je Euro vorgesehen, darüber hinaus bis 1.800 Euro pro Jahr 25 Cent je Euro. Familien mit Kindern sollen zusätzlich profitieren; die Kinderzulage soll 300 Euro pro Kind und Jahr betragen. 

3. Mehr Menschen sollen Zugang erhalten
Nach Angaben der Bundesregierung sollen künftig neben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auch Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende von der staatlichen Förderung profitieren können. 

4. Die Auszahlungsphase wird flexibler
Neben lebenslangen Renten sollen künftig auch langlaufende Auszahlungspläne möglich sein, die mindestens bis zum 85. Lebensjahr reichen. 

5. Bestehende Riester-Verträge bleiben bestehen
Wer bereits einen Riester-Vertrag hat, soll diesen weiter besparen können. Ein Wechsel in die neue Produktwelt soll freiwillig möglich sein.

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Unsere Einschätzung

Die geplante Reform ist aus unserer Sicht ein wichtiger Schritt, um private Altersvorsorge in Deutschland zeitgemäßer aufzustellen.

Viele Menschen wünschen sich heute Vorsorgelösungen, die verständlich, flexibel und langfristig ausgerichtet sind. Genau hier setzt das geplante Altersvorsorgedepot an: Es stärkt den Kapitalmarktbezug, eröffnet mehr Renditechancen und kann die private Altersvorsorge als Ergänzung zu gesetzlicher und betrieblicher Vorsorge attraktiver machen. Die Reform folgt damit einer Entwicklung, die aus Sicht vieler Marktteilnehmer überfällig war. 

Für MorgenFund steht dabei vor allem eines im Mittelpunkt: langfristig orientierte, verständliche und verantwortungsvolle Geldanlage.
Private Altersvorsorge braucht Vertrauen. Deshalb kommt es aus unserer Sicht nicht nur auf neue Fördermodelle an, sondern auch auf eine transparente Produktgestaltung, nachvollziehbare Informationen und einen verlässlichen Zugang zum Kapitalmarkt.

Unser Blick auf das Altersvorsorgedepot ist daher positiv — mit der notwendigen Sorgfalt.
Denn so chancenorientiert ein kapitalmarktbasiertes Vorsorgemodell auch ist: Es bleibt wichtig, über langfristige Anlagehorizonte, Schwankungen an den Märkten und individuelle Ziele offen zu sprechen. Altersvorsorge ist keine kurzfristige Anlageentscheidung, sondern Teil einer vorausschauenden Finanzplanung.

Häufige Fragen

Was ist ein Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein geplanter neuer Baustein der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge in Deutschland. Es soll ermöglichen, langfristig kapitalmarktbasiert für das Alter vorzusorgen und dabei stärker auf Renditechancen zu setzen als bisherige, stark garantielastige Modelle.

Ab wann soll das Altersvorsorgedepot in Deutschland starten?

Nach aktuellem Stand sollen neue Produkte der reformierten privaten Altersvorsorge ab 1. Januar 2027 angeboten werden. Die Bundesregierung weist zugleich darauf hin, dass nach dem Bundestagsbeschluss vom 27. März 2026 noch die Zustimmung des Bundesrats erforderlich ist.

Ist das Altersvorsorgedepot schon beschlossen?

Der Deutsche Bundestag hat die Reform der privaten Altersvorsorge am 27. März 2026 beschlossen. Nach Angaben der Bundesregierung muss der Bundesrat noch zustimmen. Deshalb sollte aktuell mit Formulierungen wie „geplant“ oder „nach aktuellem Stand“ gearbeitet werden.

Wie funktioniert das Altersvorsorgedepot?

Das geplante Altersvorsorgedepot soll als gefördertes Vorsorgeprodukt funktionieren, in das regelmäßig Beiträge eingezahlt werden. Diese Beiträge können in kapitalmarktorientierte Anlagen fließen. Ziel ist ein langfristiger Vermögensaufbau für die Altersvorsorge innerhalb eines staatlich geförderten Rahmens.

Kann man mit dem Altersvorsorgedepot in ETF investieren?

Die Reform ist darauf ausgerichtet, kapitalmarktorientierte Altersvorsorge deutlich zu stärken. Das Altersvorsorgedepot ohne Garantievorgaben soll gerade mehr Raum für chancenorientierte Anlagen schaffen, wozu in der öffentlichen Einordnung typischerweise auch breit gestreute Fonds und ETF gezählt werden. Diese Aussage ist eine naheliegende Einordnung aus den Reformzielen, nicht die abschließende Produktbeschreibung eines einzelnen Anbieters.

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