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Deshalb haben wir folgende Themen für Sie ausgewählt:
Jahresend-Check fürs Depot: In 5 Schritten zur richtigen Balance für 2027
Wie gut passt Ihr ETF- und Fondsdepot noch zu Ihren Anlagezielen? Zum Jahresende lohnt sich ein kurzer Check. Denn unterschiedliche Kursentwicklungen können die ursprüngliche Aufteilung Ihrer Geldanlage verschieben und damit auch das Risiko verändern. Mit fünf einfachen Schritten prüfen Sie, ob Ihr Depot noch auf Kurs ist, ohne hektisch umzuschichten.
Warum Ihr Depot mit der Zeit aus dem Gleichgewicht geraten kann
Stellen Sie sich vor, Sie haben Ihr Geld zu 60 Prozent in Aktien und zu 40 Prozent in eher sicherheitsorientierte Anlagen wie Tagesgeld oder Anleihen investiert. Diese Aufteilung haben Sie bewusst gewählt, weil sie zu Ihren Zielen, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt.
Entwickeln sich die Aktienmärkte über längere Zeit besonders gut, steigt der Aktienanteil Ihres Depots möglicherweise deutlich an. Aus den ursprünglich geplanten 60 Prozent werden beispielsweise 70 Prozent. Obwohl Sie selbst nichts verändert haben, ist Ihr Portfolio damit risikoreicher geworden als ursprünglich vorgesehen.
Auch der umgekehrte Fall ist möglich: Fallen die Aktienkurse, sinkt ihr Anteil am Gesamtvermögen. Das Depot entfernt sich dadurch ebenfalls von seiner Zielaufteilung.
Rebalancing bedeutet, diese Abweichung bewusst zu überprüfen und bei Bedarf auszugleichen. Es geht dabei nicht darum, möglichst geschickt den nächsten Börsentrend vorherzusagen oder Gewinne zum vermeintlich perfekten Zeitpunkt mitzunehmen. Entscheidend ist, dass Ihre Geldanlage weiterhin zu Ihrer persönlichen Strategie passt.
Prüfen Sie, ob Ihre Anlagestrategie noch zu Ihnen passt
Bevor Sie über Käufe oder Verkäufe nachdenken, lohnt sich ein Blick auf Ihre persönlichen Ziele. Denn nicht nur die Börse verändert sich, auch Ihre Lebenssituation kann sich im Laufe der Zeit wandeln. Fragen Sie sich deshalb: Wann benötigen Sie das investierte Geld voraussichtlich? Wie viel Risiko können und möchten Sie eingehen? Hat sich Ihre finanzielle Situation verändert? Sind Ihre bisherigen Sparziele noch aktuell?
Hat sich Ihre Ausgangssituation wesentlich verändert, kann es sinnvoll sein, die grundsätzliche Anlagestrategie zu überdenken. Davon zu unterscheiden ist das klassische Rebalancing: Hier bleibt die Strategie bestehen, während lediglich eine zwischenzeitlich verschobene Gewichtung korrigiert wird.
Verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuelle Aufteilung
Im nächsten Schritt sehen Sie sich an, wie Ihr Vermögen derzeit verteilt ist. Dafür müssen Sie weder komplizierte Formeln anwenden noch jede einzelne Kursbewegung nachvollziehen.
Entscheidend ist zunächst, welche Anlageklassen wie viel Ihres gesamten investierten Vermögens ausmachen. Dazu können beispielsweise Aktien-ETFs und Aktienfonds, Anleihenfonds sowie weitere Vermögensbausteine gehören. Auch Geld auf Tagesgeldkonten kann bei einer Gesamtbetrachtung der Vermögensaufteilung eine Rolle spielen.
Ein einfaches Beispiel: Ihr Depot und Ihre zugehörige Sicherheitsreserve haben zusammen einen Wert von 50.000 Euro. Davon entfallen 36.000 Euro auf Aktien-ETFs und 14.000 Euro auf sicherheitsorientierte Anlagen. Damit stecken aktuell 72 Prozent Ihres Vermögens im Aktienbaustein und 28 Prozent im Sicherheitsbaustein. Ihre ursprüngliche Aufteilung von 60 zu 40 Prozent hat sich also verschoben.
Vergleichen Sie Ist- und Zielaufteilung
Jetzt gleichen Sie die aktuelle Verteilung mit Ihrer ursprünglich festgelegten Aufteilung ab. Wie groß ist die Abweichung? Und ist sie überhaupt relevant genug, um eine Anpassung zu rechtfertigen?
Eine mögliche Orientierung ist eine vorher festgelegte Toleranzgrenze. Manche Anleger entscheiden sich beispielsweise dafür, erst dann einzugreifen, wenn eine Anlageklasse um mehr als fünf Prozentpunkte von ihrer Zielquote abweicht. Bei einer Aktienquote von 60 Prozent wäre das etwa bei einem tatsächlichen Anteil von mehr als 65 Prozent oder weniger als 55 Prozent der Fall. Eine solche Grenze ist allerdings keine allgemeingültige Regel. Welche Abweichung sinnvoll ist, hängt unter anderem von Ihrer Anlagestrategie, der Depotgröße und möglichen Handelskosten ab.
Ebenso wichtig ist die Häufigkeit der Kontrolle. Für viele langfristig orientierte Anleger genügt ein fester jährlicher Termin. Der Jahreswechsel bietet sich als wiederkehrender Prüfzeitpunkt an. Er ist aber kein Grund, ein Depot automatisch umzubauen.
Gleichen Sie Abweichungen möglichst einfach aus
Stellen Sie bei Ihrem Check eine größere Abweichung fest, gibt es mehrere Möglichkeiten, die ursprüngliche Gewichtung wiederherzustellen. Sie müssen dafür nicht zwangsläufig Wertpapiere verkaufen.
Möglichkeit A: Neue Sparraten gezielt einsetzen
Wenn Ihr Aktienanteil bereits höher ist als geplant, können Sie künftige Sparraten vorübergehend stärker in den untergewichteten Anlagebaustein lenken. So lässt sich die Verteilung schrittweise korrigieren, ohne bestehende Positionen verkaufen zu müssen. Das kann besonders praktisch sein, wenn die Abweichung überschaubar ist und Sie regelmäßig Geld investieren.
Möglichkeit B: Bestehende Anlagen anpassen
Ist die Abweichung größer, kann es sinnvoll sein, einen Teil der übergewichteten Anlageklasse zu verkaufen und den Erlös in den untergewichteten Baustein zu investieren. Welche Variante besser passt, hängt von Ihrer Situation ab.
Legen Sie Ihre Regeln für 2027 fest
Damit der nächste Depot-Check genauso unkompliziert verläuft, lohnt es sich, Ihre Vorgehensweise kurz festzuhalten. So vermeiden Sie, jedes Jahr erneut spontan entscheiden zu müssen.
Notieren Sie beispielsweise, welche Zielaufteilung Sie verfolgen, zu welchem Zeitpunkt Sie Ihr Depot überprüfen und ab welcher Abweichung Sie aktiv werden möchten.
Behalten Sie dabei die Kosten im Blick. Käufe und Verkäufe können Gebühren verursachen. Werden Fonds- oder ETF-Anteile mit Gewinn veräußert, können außerdem Steuern anfallen. Gerade bei kleineren Abweichungen kann es deshalb sinnvoll sein, mit einer Anpassung zu warten oder neue Einzahlungen gezielt einzusetzen.
Und vor allem: Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, Ihre Strategie bei jeder Nachricht aus der Wirtschaft oder jeder Schwankung an den Börsen infrage zu stellen. Ein guter Plan soll Ihnen gerade dabei helfen, in unruhigen Marktphasen handlungsfähig zu bleiben.
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Anleihen im Depot: Wofür sie gut sind und was bei Anleihen-ETFs und -Fonds zu beachten ist
Zinserträge erzielen, Risiken breiter verteilen und die Wertentwicklung des Depots ausgewogener gestalten: Anleihen können bei der Geldanlage verschiedene Aufgaben übernehmen. Mit Anleihen-ETFs und aktiv gemanagten Anleihenfonds lässt sich diese Anlageklasse auch ohne die Auswahl einzelner Wertpapiere ins Depot aufnehmen. Entscheidend ist, dass die gewählte Lösung zum eigenen Anlageziel passt.
Was Anleihen für Ihr Depot leisten können
Wer eine Anleihe kauft, leiht einem Staat oder Unternehmen Geld. Dafür bekommen Anleger im Gegenzug regelmäßige Zinsen. Am Ende der Laufzeit wird in der Regel der Nennwert zurückgezahlt, vorausgesetzt, der Herausgeber der Anleihe bleibt zahlungsfähig. Wichtig: Der Nennwert der Anleihe muss nicht dem Preis entsprechen, den Sie beim Kauf bezahlt haben.
Anleihen finanzstarker Herausgeber können ein Gegengewicht zu Aktien bilden. Ihre Kurse entwickeln sich nicht immer im Gleichschritt mit dem Aktienmarkt. Das kann die Schwankungen eines gemischten Depots verringern. Ein verlässlicher Schutz vor Verlusten ist das jedoch nich. In bestimmten Marktphasen können Aktien und Anleihen gleichzeitig an Wert verlieren. Zudem schützt eine feste Verzinsung nicht automatisch vor Kaufkraftverlust durch Inflation.
Warum auch festverzinsliche Anlagen schwanken
Ein fester Zins bedeutet keinen festen Börsenkurs. Steigen die Marktzinsen, verlieren bestehende festverzinsliche Anleihen meist an Wert. Neu ausgegebene Papiere bieten dann nämlich eine attraktivere Verzinsung. Sinken die Marktzinsen, gilt grundsätzlich das Gegenteil. Je länger die verbleibende Laufzeit, desto stärker reagieren Anleihen in der Regel auf Zinsänderungen.
Daneben zählt die Kreditwürdigkeit, auch Bonität genannt. Gerät ein Unternehmen oder Staat finanziell unter Druck, kann der Anleihekurs fallen. Im schlimmsten Fall bleiben Zinszahlungen und Rückzahlungen teilweise oder vollständig aus. Hohe Renditen sind deshalb kein kostenloses Extra, sondern häufig ein Hinweis auf höhere Risiken.
ETFs und Fonds: Breiter streuen statt einzeln auswählen
Über Anleihenfonds, auch Rentenfonds genannt, können Sie mit einem Investment in viele Anleihen investieren. Diese Streuung verringert die Abhängigkeit von einzelnen Schuldnern, beseitigt aber nicht die grundsätzlichen Risiken des Anleihemarkts.
Anleihen-ETFs bilden einen Index nach. Dessen Regeln bestimmen beispielsweise, welche Staaten oder Unternehmen, Bonitäten und Laufzeiten enthalten sind. Aktiv gemanagte Anleihenfonds überlassen Auswahl und Gewichtung einem Fondsmanagement, das innerhalb der Anlagestrategie auf Marktveränderungen reagieren kann. Dafür fallen häufig höhere laufende Kosten an. Ein besseres Ergebnis ist dadurch nicht garantiert.
Ein wesentlicher Unterschied der Fonds und ETFs zur Einzelanleihe: Klassische Anleihen-ETFs und viele aktive Fonds haben keinen festen Rückzahlungstermin. Sie ersetzen laufend Wertpapiere im Portfolio. Deshalb lässt sich ein Kursverlust nicht einfach dadurch ausschließen, dass Sie bis zu einem bestimmten Fälligkeitstag warten. Laufzeitfonds und sogenannte Target-Maturity-ETFs (auch Laufzeit-ETFs oder Fälligkeitsanleihen-ETFs genannt) bündeln dagegen Anleihen mit ähnlichen Fälligkeiten und haben einen vorgesehenen Endtermin. Auch sie garantieren aber weder den Anlagebetrag noch eine bestimmte Rendite.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
- Anlageziel und Zeitraum: Soll der Anleiheanteil eher Schwankungen begrenzen oder zusätzliche Renditechancen eröffnen? Für kurzfristig benötigtes Geld sind stark schwankende Fonds ungeeignet.
- Bonität: Staatsanleihen sind nicht automatisch sicher. Auch Unternehmensanleihen unterscheiden sich erheblich. Hochzinsanleihen schwächerer Schuldner sind kein defensiver Ersatz für solide Anleihen.
- Zinsempfindlichkeit: Die Kennzahl Duration hilft einzuschätzen, wie empfindlich ein Fonds auf Zinsänderungen reagiert. Eine höhere Duration bedeutet grundsätzlich stärkere Kursbewegungen bei veränderten Zinsen.
- Währung: Anleihen in Fremdwährungen bringen zusätzliche Wechselkursrisiken mit sich. Eine Währungsabsicherung kann diese reduzieren, verursacht aber Kosten.
- Kosten und Ertragsverwendung: Prüfen Sie laufende Kosten und mögliche Kauf- oder Verkaufsgebühren. Ausschüttende Fonds zahlen Erträge aus, thesaurierende legen sie wieder an. Die Ausschüttung allein sagt nichts über die Gesamtrendite aus.
Entscheidend ist nicht Anleihen statt Aktien, sondern der passende Mix. Wer Anleihen als stabilisierenden Baustein einsetzen möchte, sollte besonders auf solide Schuldner, überschaubare Zinsempfindlichkeit und begrenzte Währungsrisiken achten.
Die passende Gewichtung richtet sich nach Anlageziel, Zeithorizont und persönlicher Risikobereitschaft.
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