Newsletter September 2026 - Lachende Frau - sitzend im Schneidersitz mit Tablett
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Die Zukunft beginnt Morgen

Deshalb haben wir folgende Themen für Sie ausgewählt:

Steuervorteil im Altersvorsorgedepot: Wie die Steuerstundung wirkt

Mit dem Start des Altersvorsorgedepots (AVD) zum 1. Januar 2027 rückt neben den staatlichen Zulagen ein weiterer Aspekt in den Fokus: die steuerliche Behandlung der Einzahlungen. Diese unterscheidet sich in mehreren Punkten deutlich von einem klassischen, ungeförderten Wertpapierdepot.

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Keine laufende Besteuerung während der Ansparphase

Innerhalb eines zertifizierten Altersvorsorgevertrags werden Wertsteigerungen und Erträge während der Ansparphase grundsätzlich nicht laufend besteuert. Das betrifft insbesondere Ausschüttungen, Wertsteigerungen und Umschichtungen innerhalb des Vertrags, etwa im Rahmen eines Rebalancings. Auch eine Vorabpauschale führt innerhalb des zertifizierten Vertrags grundsätzlich nicht zu einer laufenden Steuerzahlung.

Ein Freistellungsauftrag ist für die Erträge innerhalb des AVD daher grundsätzlich nicht erforderlich. Eine Ausnahme gilt, wenn Kapital vorzeitig für nicht förderfähige Zwecke entnommen wird: In diesem Fall werden die Erträge regulär besteuert, und bereits erhaltene Zulagen sowie Steuervorteile müssen zurückgezahlt werden.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Steuerstundung und Steuerfreiheit: Die Steuer wird nicht dauerhaft erlassen, sondern grundsätzlich in die Auszahlungsphase verschoben. Erst dann wird geprüft, welcher Teil der Auszahlung steuerpflichtig ist.

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Was der Aufschub der Besteuerung bewirkt

Bei einem gewöhnlichen ETF-Sparplan wird die Sparrate aus bereits versteuertem Einkommen gebildet. Außerdem können während der Ansparphase Steuern auf bestimmte Erträge oder Wertsteigerungen anfallen. Werden diese Beträge nicht wieder angelegt, fehlt das Geld für den weiteren Vermögensaufbau.

Beim AVD werden die Erträge während der Ansparphase grundsätzlich nicht laufend besteuert. Das Kapital bleibt dadurch zunächst vollständig im Vertrag investiert. Der wirtschaftliche Vorteil entsteht aus dem zusätzlichen Zinseszinseffekt, nicht aus einer dauerhaften Steuerbefreiung.

Sind Rendite, Kosten und Steuersatz bei zwei Anlagen gleich und werden Zulagen sowie der Sonderausgabenabzug ausgeblendet, bringt die reine Verschiebung der Steuerzahlung keinen automatischen Vorteil. Entscheidend ist, wie lange die Steuerstundung wirkt und welche Kosten und Steuern am Ende tatsächlich anfallen.

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Zwei Arten der Besteuerung in der Auszahlphase

Die steuerliche Behandlung hängt davon ab, ob der jeweilige Teil des Vertrags gefördert oder nicht gefördert wurde und welche Auszahlungsform gewählt wird.

  • Geförderte Beiträge: Zum geförderten Teil gehören die förderfähigen Eigenbeiträge, die darauf entfallenden Zulagen sowie die daraus erwirtschafteten Erträge. Leistungen aus diesem Teil werden in der Auszahlungsphase grundsätzlich vollständig mit dem individuellen Einkommensteuersatz besteuert. Maßgeblich ist der persönliche Steuersatz im Ruhestand, nicht der Steuersatz während des Erwerbslebens.
  • Ungeförderte Beiträge: Einzahlungen über 1.800 Euro pro Jahr können bis zur gesetzlichen Höchstgrenze in den Vertrag eingezahlt werden. Für diese Beiträge gibt es keine zusätzlichen Zulagen und keinen zusätzlichen Sonderausgabenabzug. Die Erträge innerhalb des Vertrags werden während der Ansparphase dennoch grundsätzlich nicht laufend besteuert.
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Kosten bleiben entscheidend

Wie stark sich der Steuervorteil tatsächlich auswirkt, hängt maßgeblich von den Depotkosten und dem individuellen Steuersatz im Ruhestand ab. Modellrechnungen zeigen: Bei geförderten Beiträgen bleibt das Altersvorsorgedepot selbst bei Kosten von 0,5 Prozent pro Jahr im Vergleich zu einem kostengünstigen ETF-Sparplan (häufig 0,1 bis 0,2 Prozent pro Jahr) noch im Vorteil, insbesondere, wenn zusätzlich Kinderzulagen hinzukommen.

Bei ungeförderten Beiträgen fällt der Effekt der Steuerstundung dagegen kleiner aus und hängt stärker von den Kosten ab: Bei rund 0,5 Prozent Kosten pro Jahr ist der Vorteil gegenüber einem normalen ETF-Depot nur noch gering. Bei höheren Gesamtkosten kann sich das Verhältnis jedoch umkehren. Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt von der konkreten Kostenstruktur des jeweiligen Produkts ab. Ein klassischer ETF-Sparplan außerhalb des AVD kann dann rechnerisch vorteilhafter sein.

Auch das Lebensalter zum Zeitpunkt des Renteneintritts spielt eine Rolle: Modellrechnungen für unterschiedliche Sparerprofile zeigen, dass ein höheres angespartes Kapital im Altersvorsorgedepot nicht automatisch zu einer höheren monatlichen Nettorente führt. Bei kurzen Restlaufzeiten vor dem Ruhestand etwa wirken sich Kostenunterschiede stärker aus, weil weniger Zeit bleibt, diese durch den Zinseszinseffekt auszugleichen.

Für einen Vergleich mit einem normalen ETF-Sparplan sollten daher nicht nur die ausgewiesene Produktkostenquote, sondern sämtliche renditemindernden Kosten berücksichtigt werden. Ein Vergleich mit 0,1 bis 0,2 Prozent Kosten beim ETF-Sparplan und 0,5 oder 1,0 Prozent beim AVD ist eine Modellannahme, keine allgemeingültige Aussage über alle späteren Angebote.

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Worauf muss geachtet werden?

Das Altersvorsorgedepot verbindet staatliche Zulagen, einen möglichen Sonderausgabenabzug und die Steuerstundung während der Ansparphase. Die Steuer wird dadurch nicht abgeschafft, sondern in die Auszahlungsphase verschoben. 

Ob sich das AVD im Einzelfall lohnt, hängt insbesondere von folgenden Faktoren ab:

  • der tatsächlichen Förderberechtigung,
  • der Höhe und Dauer der Zulagen,
  • dem persönlichen Steuersatz während der Anspar- und Auszahlungsphase,
  • den Effektivkosten,
  • der Anlagedauer,
  • der Renditeentwicklung,
  • und der gewählten Auszahlungsform.

Weiterführende Informationen zum Altersvorsorge-Depot finden Sie bei MorgenFund:

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Hinweis: Die dargestellten Werte basieren auf Modellrechnungen und Annahmen zu Rendite, Kosten und Steuersätzen. Individuelle Ergebnisse können abweichen. Für eine verbindliche steuerliche Einschätzung empfiehlt sich die Rücksprache mit einem Steuerberater.

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Aktive ETFs: Das Beste aus zwei Welten?

ETFs stehen für einfache, günstige und transparente Anlageprodukte. Traditionelle Fonds dagegen für aktives Management, Flexibilität und entsprechend höhere Gebühren. Doch was muss man sich unter der relativ neuen Produktgattung aktive ETFs vorstellen? Ganz einfach: Auch sie nutzen die ETF-Hülle, sind also börsentäglich handelbar, legen nach klar definierten Regeln an und weisen in der Regel eine hohe Transparenz auf. Ihre konkrete Zusammensetzung wird aber aktiv gesteuert, zum Beispiel durch quantitative Signale oder ein übergeordnetes Risikomanagement.

Klingt zunächst nach einem Nischenthema, ist es aber immer weniger. Denn in Europa steigt die Zahl der Produkte und die Aufmerksamkeit dafür, wann ein aktiver Ansatz im ETF-Format wirklich einen Mehrwert liefern kann und wann ein günstiger Index-ETF weiterhin die passendere Lösung bleibt.

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Was „aktiv“ im ETF eigentlich bedeutet

Hilfreich ist ein Blick auf die verschiedenen Kategorien von aktiven ETFs. Diese verfolgen typischerweise eines von drei Zielen: 

  • Das Fondsmanagement versucht, den Vergleichsmaßstab zu schlagen, also eine Outperformance zu erzielen.
  • Es werden gezielt bestimmte Rendite-/Risiko-Profile gebaut, zum Beispiel über Optionsstrategien. Dafür müssen Positionen laufend gemanagt werden.
  • Der aktive ETF ermöglicht den Zugang zu Segmenten, die in Indizes schwer abbildbar sind (z.B. weniger liquide Märkte oder spezielle Nischen).

An dieser Stelle lohnt sich ein kurzer Blick zurück: Sogenannte Portfolio-ETFs kann man als eine Art frühe Brücke in diese Richtung verstehen. Sie sind meist nicht aktiv im Sinne von Stockpicking. Aber sie bündeln mehrere Märkte oder Anlageklassen in einem Produkt, arbeiten mit vordefinierter Gewichtung und (je nach Konzept) regelmäßigen Anpassungen/Rebalancing. Damit steckt in der Konstruktion bereits ein Stück Portfolio-Entscheidung. Genau der Bereich, in dem sich aktive ETFs heute bewusst einsetzen lassen. Einen Überblick zu entsprechenden Portfolio-ETFs finden Sie bei MorgenFund u.a. für Amundi, BlackRock und DWS. 

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Warum der Markt in Europa an Tempo gewinnt

Auch wenn aktive ETFs im UCITS-Universum (den nach dem EU-Regelrahmen aufgelegten Fonds und ETFs) noch einen kleinen Anteil ausmachen, zeigt sich ein klarer Trend: Zum Ende des ersten Quartals 2026 verwalteten aktive ETFs in Europa nach Daten des Analysehauses Morningstar 85,6 Milliarden Euro Vermögen (nach 78,4 Milliarden Ende 2025 und 52,5 Milliarden Ende 2024), und es kamen in den vergangenen zwei Jahren so viele neue aktive ETFs auf den Markt wie noch nie.

Ein Teil dieser Dynamik ist auch durch das Kapitalmarktumfeld erklärbar: Regulatorik und Marktinfrastruktur verändern sich zugunsten aktiver ETFs. So hat zum Beispiel Luxemburg die Transparenzanforderungen für aktive UCITS-ETFs flexibilisiert und unter Bedingungen eine monatliche Veröffentlichung der Portfoliobestände (mit Verzögerung) ermöglicht. Das ist ein Punkt, der für viele aktive Manager entscheidend ist. Ihr Argument: Die neuen Regeln ermöglichen es, den Schutz von Know-how bei der Anlageaufteilung mit ETF-Standards besser auszubalancieren.

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Worauf man bei aktiven ETFs achten sollte

Aktive ETFs sind kein Wundermittel, eher ein zusätzliches Werkzeug für den Portfolioaufbau. Um sie gut einzuordnen, helfen drei Fragen: 

  • Welche Aufgabe soll der ETF in meinem Depot übernehmen? Eher ein Basisbaustein, der nah am Markt bleibt, oder eine Ergänzung mit mehr Spielraum? 
  • Wie wird entschieden, was im ETF drin ist? Passiert das nach festen Regeln und Modellen, durch Analysten- und Research-Arbeit oder mithilfe von Absicherungen (zum Beispiel über Derivate)? 
  • Und zuletzt: Welche Kehrseite ist eingebaut? Gerade bei sogenannten Outcome-Strategien steckt der Nutzen in einem klaren Tauschgeschäft: So sollen beispielsweise Income-Ansätze laufende Erträge glätten oder erhöhen (häufig mithilfe von Optionen/Derivaten), dafür ist die Beteiligung an starken Kursanstiegen oft begrenzt. Puffer-Ansätze wiederum sollen Kursrückschläge abmildern, meist nur bis zu einer bestimmten Grenze und oft über einen definierten Zeitraum. Im Gegenzug ist die Beteiligung an Kursgewinnen häufig gedeckelt oder die Wirkung hängt vom Einstiegszeitpunkt ab.

Als Orientierungshilfe ist folgende Überlegung hilfreich: Ein aktiver ETF überzeugt dann, wenn klar ist, welchen Job er machen soll und wann beziehungsweise ob man diesen Job im eigenen Portfolio wirklich braucht.

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Wer tiefer noch tiefer ins Thema einsteigen möchte, findet bei MorgenFund weiteres nützliches Wissen zum Thema aktive ETFs (Potenziale, Chancen, Risiken) sowie eine breite Produktauswahl über die Fondssuche.

Disclaimer

Die in dem Newsletter bereitgestellten Informationen und Inhalte, insbesondere Einschätzungen/Bewertungen zu Wertpapieren oder Veröffentlichungen wurden redaktionell aufbereitet und dienen lediglich (allgemeinen) Informationszwecken. Sie stellen weder eine individuelle Anlageberatung und damit auch keine (persönliche) Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, Terminkontrakten oder sonstigen Finanzinstrumenten dar, noch sind sie eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes zum Kauf/Verkauf von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die bereitgestellten Informationen können eine individuelle anlage- und anlegergerechte Beratung nicht ersetzen. Die Informationen dürfen weder ganz noch teilweise vervielfältigt, an andere Personen weiterverteilt oder veröffentlicht werden. Sie sind ausschließlich für Kunden, die ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben bestimmt. Nicht zugriffsberechtigt sind insbesondere Kunden/Personen, die ihren Wohnsitz in den Vereinigten Staaten von Amerika oder Kanada haben.